Rezension Thomas Nehlert: „Porsche 964 – 30 Years 1988-2018“ – Autoren: Andreas Gabriel, Manfred Hering, Tobias Kindermann, Verlag Berlin Motor Books 2018

Wer von den klassischen luftgekühlten Porsche 911 schwärmt, der denkt zumeist an das sogenannte G-Modell, das bis 1989 gebaut wurde, oder an den Typ 993, der zum Modelljahr 1994 in Produktion ging. Indes lag in der Zwischenzeit von 1988 bis 1993 ein für die Entwicklung des 911 besonders bedeutsames Modell, der Typ 964, der – gemessen am G-Modell – einen enormen Fortschritt bedeutete. Der bärenstarke, dumpf grummelnde 3,6-Liter-Motor stellte ebenso einen Meilenstein in der ElferHistorie dar wie die aerodynamisch optimierte Karosserie und die besonders harmonische übrige Antriebstechnik. Ja, der 964 behagte wegen seiner etwas wulstigen Stoßfänger, der Abkehr von den klassischen Fuchs-Felgen und der ungewöhnlich hohen Wartungskosten, die unter anderem in dem gekapselten Motor ihre Ursache hatten, nicht jedem „gusseisernen“ 911-Fan, aber bei objektiver Betrachtung war er ein ganz hervorragender Sportwagen. 

Bücher zum 964 gab es bisher kaum. Das hat sich nun geändert. Denn der neue Band aus dem Verlag BerlinMotorBooks von Andreas Gabriel kann ohne Übertreibung als Benchmark der Literatur zu dieser Porsche-Baureihe bezeichnet werden. Man hat ja häufig den Eindruck, dass über jedes 911-Modell inzwischen wirklich alles gesagt ist – weit gefehlt! Denn was Gabriel hier durch intensive Recherche, zahlreiche Gespräche und Auswertung unzähliger Fotos und Archivdokumente zu Tage gefördert hat, ist teilweise unglaublich. Deshalb will ich gleich mit den Fakten aus der Porsche-911- Historie beginnen, die hier wahrscheinlich erstmals öffentlich präsentiert werden. 

Im Zusammenhang mit einem ausführlichen Interview, dass Reinhard Seiffert, der frühere Chefredakteur des „Christophorus“, mit Helmuth Bott 1988 geführt hatte, wird ein bisher unveröffentlichtes Foto gezeigt, auf dem Bott nur wenige Monate vor seinem Tod, Peter Falk, F.A. Porsche und der unvergessene Huschke von Hanstein zusammen zu sehen sind. Ein ganzes Kapitel widmet sich der bisher weitgehend unbekannten Aerodynamik-Studie E19 auf der Grundlage des Carrera 3.2. Aufnahmen dieser Studie werden hier ebenso erstmals veröffentlicht wie weiter hinten im Buch detaillierte Texte und beeindruckende Fotos zum Projekt 965, einem zunächst geplanten „Super-Turbo“ als Nachfolger des G-Modell-Turbos mit formalen Anklängen an den 959. Diese vielversprechende aber offenbar zu aufwendige Konstruktion wurde 1988 schließlich aus Kostengründen zu Gunsten des etwas weniger komplizierten 964 Turbo aufgegeben. Selbst ein mit hohem Fachwissen ausgestatteter Porsche-Fan entdeckt hier also mit Sicherheit noch Neues und kommt schon deshalb kaum am Erwerb dieses gewichtigen Buchs vorbei. 

Der sehr edel gestaltete, hervorragend verarbeitete und von einem ausgezeichneten Layout geprägte Band gliedert sich in drei Abschnitte – Carrera 4, Carrera 2 und Turbo. Das ist so auch ganz logisch, denn der Carrera 4 war als erstes Modell mit Vierradantrieb noch vor der Heckantriebsvariante auf dem Markt. Breiten Raum nimmt deshalb auch eine Darstellung der Entwicklung des 911 zu einem Fahrzeug mit vier angetriebenen Rädern ein. Neben dem schon angeführten Interview mit Helmuth Bott aus dem Jahr 1988 wird der Leser von einem sehr ausführlichen, sich zweisprachig über 20 Seiten erstreckenden Gespräch gefesselt, das Andreas Gabriel mit Friedrich Bezner geführt hat. Bezner leitete bei Porsche die Entwicklung der Modellreihen 964 und 993, und ihm war es auch zu verdanken, dass der Elfer entgegen den Vorstellungen von Professor Fuhrmann nicht durch den 928 abgelöst wurde. Seine Energie und Überzeugungskraft und die Genialität des Heizungsspezialisten Walter Pross sorgten auch dafür, dass einer der Schwachpunkte der luftgekühlten Elfer, die unzureichende und schwankende Leistung der Heizung, abgestellt werden konnte. In dem Dialog mit Bezner bleibt wirklich kein Entwicklungsschritt vom G-Modell zum 964 geheim, und ein tieferer Blick hinter die Kulissen des damaligen Geschehens ist kaum vorstellbar.

Innerhalb der drei großen Abschnitte findet jeweils eine Unterteilung in drei Titel statt. Zunächst werden chronologisch die Modelljahre mit ihren im Laufe der Zeit erfolgten Änderungen dokumentiert. Dann schließt sich eine ausführliche Beschreibung aller einzelnen Modelle an, bevor eine hochinteressante Kaufberatung der jeweiligen Modellreihe den Abschnitt beendet. Bei der Darstellung der einzelnen Modelle ist es einfach unglaublich, wie viele Sonder- und Spezialversionen neben den traditionellen Coupé-, Targa- und Cabrio-Varianten Andreas Gabriel gefunden hat. Nur beispielhaft seien hier erwähnt: Carrera 4 Leichtbau, Carrera 4 „30 Jahre 911“, Carrera 2 Cabrio Turbolook, 911 America Roadster, Carrera RS America Coupé, Carrera RS Coupé N/GT, Carrera 2 Speedster Turbolook, Turbo S Leichtbau, Turbo Cabriolet und Turbo 3.6 Flachbau- und Package-Variante. Selbstverständlich werden auch alle Speedster-, RS-, RSR- und Cup-Modelle präsentiert. 

Dabei ist es auch verblüffend, dass der Autor zu den unterschiedlichen und zum Teil sehr raren Varianten überragendes Hintergrundwissen vermittelt, das nur durch seine exzellenten Kontakte zu Porsche zu erklären ist. Das wird auch gerade bei der technischen Analyse der diversen RS- und Cup-Varianten deutlich. So hat Gabriel zweifellos einen Namen bei Porsche, schließlich war es ihm vergönnt, für sein früheres Werk über den Porsche Cayenne sogar ein Interview mit Dr. Wolfgang Porsche zu führen. 

Ein Kapitel für sich sind die Kaufberatungen. Hier beleuchtet der Autor schonungslos auch die – nicht sehr vielen - Schwächen der zahlreichen 964-Modelle und gibt dem Interessenten nicht nur hilfreiche Fakten, sondern auch Empfehlungen zum nun einmal notwendigen Kostenrahmen der unterschiedlichen Varianten mit auf den Weg. Gabriel scheut sich auch nicht, zwischen den Abschnitten von Carrera 4 und Carrera 2 auf die seinerzeit überaus bedrohliche Lage von Porsche Anfang der 1990er Jahre einzugehen. Er zeigt die damaligen massiven Management-Probleme auf, die das Unternehmen beinahe seine Existenz gekostet hätten und schließlich durch die glückliche Verpflichtung Wendelin Wiedekings gelöst werden konnten. 

Das großformatige und auf wertvollem Mattglanzpapier gedruckte Buch ist hervorragend illustriert. Auf 205 erstklassig reproduzierten Fotos werden alle 964- Versionen bis ins Detail von außen und innen gezeigt, ebenso die Technik der Fahrzeuge. Ein großer Teil der Fotos stammt aus dem Porsche-Werksarchiv, insbesondere wenn es um die Entwicklungsträger und Aufnahmen aus der Produktion geht. Nicht minder beeindruckend sind aber Fotografien der künstlerisch ins Licht gesetzten 964 aus privater Hand. Wie zum Beispiel ein schwarzer Carrera RS 3.8 vor schwarzem Hintergrund geradezu „inszeniert“ wird, das können auch ein Jeff Zwart und ein René Staud nicht besser. Zudem wird durch die Nutzung diverser Privatfahrzeuge auch das breite Farbspektrum der Porsche-Modelle ausgereizt – vom minzfarbenen Cabrio über den dunkelvioletten Speedster bis zum gelben Carrera RS. Hier findet man nicht nur Lesestoff, sondern auch einen Augenschmaus vom Feinsten.

Für die umfangreichen Tabellen mit den technischen Daten der vorgestellten PorscheTypen war Tobias Kindermann zuständig. Weitere Unterstützung bei der Erstellung des Buchs hat Andreas Gabriel durch Manfred Hering, den Inhaber des Wuppertaler Unternehmens „Early 911S“, erfahren.

Kurz und gut: mehr und bessere und optisch reizvollere Informationen zum 964 als in diesem Buch gibt es nicht. Und wenn man den Band neben das nicht minder gelungene und vergleichbar gestaltete Buch von Gabriel über das G-Modell legt, fragt man sich, ob der sehnsüchtig erwartete nächste Band dieser Reihe über die luftgekühlten Porsche 911 von einem Urelfer oder einem 993 auf dem Buchtitel geziert werden wird.

Thomas Nehlert

Porsche 964 – 30 Years 1988-2018 

Autoren : Andreas Gabriel, Manfred Hering, Tobias Kindermann 
Verlag: Berlin Motor Books, 2018 
Format und Umfang: Hardcover mit Schuber, 26,5 x 31,5 cm, 380 Seiten, 205 Fotos 
Text: Deutsch/ Englisch 
Preis: € 99,80 
ISBN: 978-3-9814592-4-1 
Erhältlich über: http://berlinmotorbooks.de

Rezension Thomas Nehlert: Formel E – Die Story Edwin Baaske, Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018

Das ist das erste deutschsprachige Buch über die Formel E. Im gewaltigen Format dokumentieren mehrere Autoren und zahlreiche Fotografen die ersten vier Jahre dieser neuen Rennserie, der zunächst mit Skepsis begegnet wurde, die aber inzwischen einen festen Platz im internationalen Autosport-Terminkalender einnimmt. Das Konzept ist neu und – angesichts der Zuschauerzahlen – begeisternd. Kurze, abgasfreie und fast lautlose Rennen in den Zentren der großen Metropolen locken die Menschen in großen Mengen an. Dazu kommt eine bemerkenswerte Publikumsnähe, verbunden mit zahlreichen weltbekannten Rennfahrern, die zum großen Teil zuvor in der Formel 1 Rennen bestritten hatten. 

Der Band im Coffee-Table-Format übertrifft alle Erwartungen. Überragend die Illustration mit rund 270 Fotos, überwiegend doppelseitig in Postergröße. Pralle Action wird in brillanten Farbaufnahmen eingefangen, das ganz spezielle Ambiente dieser zukunftsträchtigen Rennserie findet sich dabei ebenso wieder wie faszinierende Bilder ungewöhnlicher technischer Details. Großartig sind die zahlreichen Porträtaufnahmen der Rennfahrer in Schwarzweiß. Dank des Formats dieser Bilder schaut man den Piloten teilweise in Lebensgröße in die Augen – Felix Rosenqvist, Lucas di Grassi, Jaime Alguersuari, Jacques Villeneuve, Bruno Senna, Nick Heidfeld, Jérome d'Abrosio ! Ein zusätzlicher optischer Genuss sind die künstlerisch gestalteten Großaufnahmen der Metropolen, in denen die Formel E bisher zu Gast war. 

Aber das ist viel mehr als ein albumartiger Großbildband, das Buch ist auch überaus faktenreich. So werden alle bisherigen vier Meisterschaftssaisons und sämtliche 45 Rennen statistisch dokumentiert. Der Gründer und Chef der Serie Alejandro Agag sowie FIA-Boss Jean Todt kommen ausführlich zu Wort, und auch Fahrer, Techniker sowie zwei Bürgermeister der Austragungsorte äußern sich. Das Vorwort stammt von Georg F.W. Schaeffler, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Schaeffler AG, die in Form des Abt-AudiTeams maßgeblich an der Serie beteiligt ist. 

Mit der anstehenden Saison 2018/2019 tritt die Formel E in ihre nächste Entwicklungsstufe ein, und auch auf diese Perspektive geht der Band ein und zeigt bereits die optisch deutlich akttraktiveren Fahrzeuge der Zukunft, in der fast alle deutschen Automobilhersteller werksseitig in der Formel E vertreten sein werden. Sicherlich ist auch im sportlichen Bereich der Elektromobilität noch viel zu tun, so muss schon kurzfristig die Ladung der inzwischen sehr kräftigen Batterien ebenfalls mit regenerativer Energie erfolgen. Aber der Weg in die Zukunft ist aufgezeigt, und er kann sehr faszinierend sein, wie dieser opulente Band zu einem ganz ungewöhnlich günstigen Preis dokumentiert. 

Thomas Nehlert


Formel E Autoren: Edwin Baaske, Jörg Walz 

Verlag: Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018 
Format und Umfang: Hardcover, 29,5 x 37 cm, 304 Seiten, über 270 Fotos 
Text: Deutsch Preis: € 49,90 
ISBN: 978-3-667-11442-6 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: Christophorus XL – 70 Jahre Porsche Sportwagen Edwin Baaske, Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018

Der "Christophorus" ist die Zeitschrift, die Porsche seinen Kunden zukommen lässt und die auch jeder Fan abonnieren kann. Bisher sind 389 Ausgaben erschienen. Aus Anlass des 70jährigen Unternehmensjubiläums ist diese Sonderausgabe im gewaltigen Format 26,5 x 36 cm erschienen. 

Auf 148 Seiten wird das Thema "Porsche" in 17 großartig illustrierten Artikeln aus den unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Das beginnt mit einem Bildbericht vom Rennsport Reunion 2018 in Laguna Seca und setzt sich mit einer Fahrt im alten 911 R über die französischen Seealpen bis nach Monza fort. Ein Höhepunkt ist zweifellos Dieter Landenbergers Bericht über die Ortschaft Teloché nahe Le Mans, in der Porsche lange Zeit in einer Garage sein Quartier für das 24-Stunden-Rennen aufgeschlagen hatte. Erinnerungen an das bekannte Jägermeister Racing Team, ein Rückblick von Walter Röhrl, eine Betrachtung zum immer noch faszinierenden Porsche 928, eine Dokumentation zum Turbo von Herbert von Karajan und ein Porträt des für die Entwicklung der aktuellen Elfer so wichtigen August Achleitner folgen. Anschließend geht es mit einem Kurzinterview mit Dr.Wolfgang Porsche, einem Bericht über die Notizen von Ferdinand Porsche, einer Darstellung des 356 Nr.1, einer Reise zu den für die Entstehung von Porsche wichtigen Orten wie Maffersdorf, Gmünd, Wien und Stuttgart tief in die frühe Geschichte des Unternehmens. Nicht weniger interessant sind das Porträt eines PorscheModellsammlers, ein Bildbericht über klassische Porsche auf der GroßglocknerHochalpenstraße und das E-Design zukünftiger Porsche. Ein Fahrbericht vom neuen 992 auf der Turracher Höhe und ein Blick in die Zukunft von "Style Porsche" runden den Inhalt des edel gemachten Magazins ab. 

Aber das ist noch nicht alles: Am Ende des Heftes ist eine Hülle eingeklebt, in der sich eine DVD befindet. 70 Jahre Porsche in gut 100 Minuten. Es gibt ja schon zahlreiche Versuche, die Geschichte Porsches filmisch zu erfassen, zumeist waren die Ergebnisse bisher eher von zweifelhafter Qualität. Nicht so hier: Der Film ist der Höhepunkt des Pakets aus Heft und DVD. Wie ein roter Faden ziehen sich die Äußerungen Wolfgang Porsches durch den Film. Dr. Porsche, der für mich ein Beispiel ist, wie gut sich sympathische Freundlichkeit mit unternehmerischem Erfolg verbinden kann, erzählt sehr lebendig über die Porsche-Familie, das Unternehmen, die Sportwagen-Philosophie aber auch die Krisen des Unternehmens. Die Filmszenen beleuchten mit vortrefflicher Schwerpunktsetzung sowohl die Straßensportwagen und ihre Entwicklung vom 356 bis zum Taycan als auch die Rennhistorie mit fast allen wesentlichen Rennfahrzeugen des Stuttgarter Unternehmens. Dabei kommt hervorragendes zeitgenössisches Filmmaterial zum Einsatz, viele Aufnahmen dürften in dieser Zusammensetzung hier erstmals gezeigt werden. 

Besonders hervorzuheben ist, dass zahlreiche Zeitzeugen - auch ausführlich - zu Wort kommen: sowohl Techniker, Designer und Ingenieure wie Herbert Linge, Hans Mezger, Harm Lagaay, Peter Falk und Norbert Singer als auch Rennfahrer wie Jacky Ickx, Hans Herrmann, Hans-Joachim Stuck und Walter Röhrl . Überaus interessant sind die Ausführungen des "Porsche-Retters" Wendelin Wiedeking und des Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück, die kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es um die Schilderung der Krise Anfang der 1990er Jahre geht. 

Soweit es überhaupt möglich ist, die komplexe und wechselvolle Geschichte von Porsche im Film festzuhalten, ist dies hier bestens gelungen. Schon allein die DVD lohnt es, sich diese XL-Ausgabe des "Christophorus" zu sichern. 


Christophorus XL – 70 Jahre Porsche Sportwagen 
Herausgeber: Dr.Ing.h.c.F.Porsche AG, Edwin Baaske 
Verlag: Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018 
Format und Umfang: 26,5 x 36 cm, 148 Seiten, über 140 Fotos, incl. DVD 102 Minuten 
Text: Deutsch Preis: € 15,- ISSN: 2626-4900

Rezension Thomas Nehlert: The Porsche Art Book Edwin Baaske, Uli Hack, Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018

Die Verbindung von Automobil und Kunst ist nicht neu – man denke nur an die BMW Art Cars oder die zahlreichen Kunstausstellungen in den verschiedenen Werksmuseen. Dennoch ist dieses Buch etwas Neues und Einzigartiges. 

Der Maler Uli Hack als Kurator und der Autor und Journalist Edwin Baaske präsentieren einen im Format gewaltigen Band zum Thema „Porsche in der Kunst“. Nach einem Vorwort des für das Design im VW-Konzern zuständigen Michael Mauer porträtieren fünf Autoren insgesamt 20 Künstler, die die Faszination Porsche auf ihre eigene Weise interpretieren. Nach zweisprachigen ausführlichen Texten über die Maler und ihren Werdegang werden diese und ihre Ateliers auch im Bild gezeigt, bevor jeweils einige ihrer Gemälde, Formen oder Drucke in bester Wiedergabequalität Eingang in das Buch gefunden haben. Gerade dass nicht nur die Kunstwerke allein gezeigt werden, sondern auch ihre Urheber, macht das Buch besonders interessant. Wie häufig haben wir schon Bilder von Uli Hack, Dexter Brown, Michael Turner oder Nicholas Watts gesehen, ohne aber zu wissen, wer hinter diesen prächtigen Bildern steht. 

Die Reproduktion der Kunstwerke selbst ist ein wahrer Genuss. Jeder Leser des Buchs wird dabei seine ganz persönlichen Vorlieben entdecken. Ich bin da eher etwas konservativ, und mir gefallen die Gemälde, die eine fast fotografische Genauigkeit haben, besonders: Nicholas Watts, Dexter Brown, John Krsteski, Michael Turner, Sandrine Blondel und Tony Crampton. Unglaublich reizvoll auch die fast ins Dali-hafte gehenden 911 von Chris Labrooy, die ins Wasser getauchten Porsche von Marcello Petisci und die schon geradezu klassischen Gemälde von Uli Hack. Auch die eher popartig mit Figuren verbundenen 911er wissen ebenso zu gefallen wie natürlich auch die legendäre "Christophorus"-Kunst von Erich Strenger. Die schiere Größe des Buchs gestattet eine brillante und im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge fallende Wiedergabe der Kunstwerke. 

Dies ist weniger ein Autobuch im eigentlichen Sinne, dies ist ein wertvoller Kunstband, der Porsche als Ausdrucksform künstlerischen Wirkens benutzt und dem Thema „Porsche“ damit eine neue Dimension verleiht. Nicht ohne Grund wurde dieser Band von einer namhaften Motor-Zeitschrift zum "Buch des Monats" auserkoren. 


The Porsche Art Book 

Herausgeber: Edwin Baaske, Uli Hack 
Autoren: Charlotte Wagner, Christian Lamping, Thomas Kellein, Rémi Dargegen, Christina Rahmes, Michael Mauer 
Verlag: Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018 
Format und Umfang: Hardcover im Schuber, 30 x 35 cm, 264 Seiten, über 180 Fotos 
Text: Deutsch/ Englisch 
Preis: € 128,- ISBN: 978-3-667-11405-1 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: Legendary – The Porsche 919 Hybrid Project Heike Hientzsch, Edwin Baaske, Jürgen Tap, Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018

Seit 1998 war Porsche nicht mehr im großen Prototypen-Sport vertreten. Nach dem Sieg des 911 GT1 bei den 24 Stunden von Le Mans 1998 warteten die Fans und Freunde der Marke lange auf eine Rückkehr in den Motorsport oberhalb der GT-Klasse. Als die FIA das Reglement für die wieder ins Leben gerufene Langstrecken-Weltmeisterschaft bekanntgab, horchte Porsche auf. Nach eingehender Prüfung entschieden sich die Verantwortlichen von Deutschlands Sportwagen-Premiummarke im Sommer 2011, ab 2014 in dieser Weltmeisterschaft wieder zu starten. 

2014 war noch ein Lehr- und Entwicklungsjahr, an dessen Ende der erste Rennsieg des revolutionären Porsche 919 Hybrid stand. Das rund 1000 PS starke Fahrzeug hatte sich beachtlich geschlagen. Es folgten drei unglaublich erfolgreiche Jahre, der Porsche schlug die starke Konkurrenz von Audi und Toyota, holte drei Le-Mans-Siege in Folge sowie alle Titel der LMP1 in der Marken- und Fahrerwertung. Ende 2017, als sich der Niedergang der LMP1-Klasse abzeichnete, beendete Porsche das Projekt, das durchaus Erinnerungen an die Siege der Porsche 917 oder 956/962 aufkommen ließ. 

Endlich liegt nun eine ausführliche Dokumentation über die Geschichte des 919 Hybrid vor. In zwei Bänden zeigt der Delius Klasing Verlag die komplette Entwicklung von 2012 bis zum Jahr 2018, in dem der 919 unter Timo Bernhard im Rahmen der sogenannten Tribute Tour noch einen atemberaubenden Rekord auf der Nordschleife des Nürburgrings herausfuhr. Bei dem Textband handelt es sich um ein präzise Protokollführung zum 919 im kompakten Format. Auf 272 Seiten hat Heike Hientzsch wirklich alles festgehalten – die Technik, die Probleme in der Entwicklung, die Ingenieure und Teamverantwortlichen, die Rennfahrer und natürliche alle Renneinsätze mit detaillierten Berichten. Wenngleich dies richtigerweise eine großartige Erfolgsstory ist, werden dennoch auch alle Schwierigkeiten und technischen Probleme beschrieben, die bei einem so hochkomplexen Rennfahrzeug gar nicht ausbleiben können. 

Insoweit zahlt es sich aus, dass die Autorin – genauso wie der für den Bildband zuständige Fotograf Jürgen Tap – von Anfang an vollständigen Zugang zu dem Projekt hatte und ihr Porsche auch alle Vorgänge hinter den Kulissen vermittelte. Der Leser erfährt so viele Dinge, die bisher auch in der Motorsportpresse noch nicht publiziert wurden 

Der im Format deutlich größere Fotoband ist schlicht atemberaubend. Auch hier wird das Geschehen vom Beginn der Entwicklung bis zu den Rekordfahrten 2018 in Spa und am Nürburgring und der Rennsport Reunion in Laguna Seca lückenlos festgehalten. 285 grandiose Fotos zeigen den 919 aus allen Perspektiven, die Technik im Detail, packende Rennsequenzen von allen Veranstaltungen 2014 bis 2017, die Fahrten 2018 und beeindruckende Porträtaufnahmen der Fahrer. Die teilweise doppelseitigen Fotos sind ausnahmslos von hervorragender Motivauswahl, bestechender Schärfe und brillanter Reproduktionsqualität. Die knappen Bildunterschriften und das vom Leiter des LMP1- Projekts, Fritz Enzinger, stammende Vorwort sind zweisprachig deutsch-englisch. Eine ausführliche Rennstatistik beschließt den attraktiv gestalteten und bestens verarbeiteten Bildband. 

Natürlich stellt sich dem unbefangenen Leser die Frage, warum die Aufspaltung in einen kompakten Textband und einen opulenten Bildband sein musste. Die Erklärung ist einfach:Bei derartigen Büchern ist eine englische Fassung unverzichtbar. Hätte man den vollständigen Text zweisprachig in einen Band einfließen lassen, hätte dies nicht nur das Buchformat, sondern vor allem auch den Kostenrahmen gesprengt. So stellen der mit kurzen zweisprachigen Texten versehene Bildband und der ausführliche Textband – je nach Auswahl englisch- oder deutschsprachig – eine praktikable und kostengünstige Lösung dieses Konflikts dar. 

"Legendary – Das Porsche 919 Hybrid Projekt" ist eine geniale Dokumentation des Langstreckenrennsports von 2014 bis 2017, die nicht nur Porsche-Enthusiasten begeistern dürfte. 



Legendary – The Porsche 919 Hybrid Project 

Herausgeber: Edwin Baaske 
Autoren: Heike Hintzsch, Jürgen Tap (Fotos) 
Verlag: Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 2018 
Format und Umfang: 2 Bände, Vol.1 Textband, Hardcover, 15 x 23 cm, 272 Seiten, 26 Fotos, Vol. 2 Bildband, Hardcover 24 x 30,5 cm, 340 Seiten, 285 Fotos 
Text: Deutsch/ Englisch 
Preis: € 68,- 
Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert: Alfa Romeo Tipo 33/ 1967, Autoren: Patrick Dasse, Martin Übelher Carl W. Dingwort Verlag, Hamburg, 2018

Nach der bemerkenswerten Buchreihe über die Alfa Romeo Straßenfahrzeuge der Baureihe 105 präsentiert der Dingwort Verlag aus Hamburg nun im gleichen Format den ersten Band über die Geschichte der Rennwagen der Baureihe Tipo 33 des Mailänder Konzerns. Der Tipo 33 war Nachfolger des TZ2. Die ersten Prototypen entstanden 1965, die ersten Renneinsätze erfolgten 1967, und bis zum Jahre 1977 erzielten die verschiedenen Ausbaustufen der Baureihe bis hin zum von einem 12-Zylinder-Motor angetriebenen 33SC 12 beachtliche Erfolge bei den großen Sportwagenrennen, für einen Rennwagen ist dies eine ungewöhnlich lange Karriere.

Patrick Dasse nutzte – wie schon bei den Büchern zum Typ 105 – das historische Archiv von Alfa Romeo und die offene Hilfsbereitschaft des damaligen Archivleiters Dr. Marco Fazio. So gelangte das Autorenteam Patrick Dasse und Martin Übelher an eine derartige Menge von Informationen und zeitgenössischen Fotografien, dass schnell klar wurde, dass das Thema"Tipo 33" mehr als ausreichend war, wiederum den Stoff für eine ganze Buchreihe zu liefern. Der erste Band mit 312 Seiten hat die Entstehung der frühen Prototypen und die Rennsaison 1967 zum Gegenstand.

Ein ausführliches Vorwort stammt von Dott. Ing. Gherardo Severi, der nach langjährigen Erfahrungen bei Maserati und Porsche 1967 in die unter der Leitung von Carlo Chiti und Giuseppe Busso stehende Mannschaft von Autodelta eintrat, um bei der Bewältigung der unübersehbaren Probleme in der Entwicklung des Tipo 33 mitzuwirken. Die Einleitung befasst sich mit der Entstehung von Auto-Delta als Motorsportabteilung des damals staatlichen Unternehmens Alfa Romeo, streift kurz die Rennhistorie der TZ-Rennsportwagen und geht dann auf die 1964 entwickelten und 1965 entstandenen ersten Prototypen zum Tipo 33 ein

Anschließend werden chronologisch alle Stationen der Saison 1967 dokumentiert: von den Testfahrten in Monza und auf der werkseigenen Teststrecke von Balocco, über die Einsätze bei den bekannten Langstreckenrennen wie den 12 Stunden von Sebring, der Targa Florio, den 1000 km am Nürburgring bis zu zahlreichen Bergrennen und italienischen Sportwagenläufen in Mugello und Vallelunga sowie den Testfahrten für die 24 Stunden von Daytona 1968. Dazu kommen eine bis ins Detail gehende Darstellung der Entwicklung der Straßenversion Tipo 33 Stradale sowie ein Artikel über den bereits 1966 von Giuseppe Busso konstruierten Alfa Romeo OSI Scarabeo. Auch auf die nächste Entwicklungsstufe für das Jahr 1968, den Tipo 33/2 gehen die Autoren ein. Aus den hoch kompetenten, zweisprachig englisch-deutschen Texten wird deutlich, wie weit Dasse und Übelher in die bisher eher verschlossene Materie eindringen konnten und mit welch tiefgehender Recherche sie interessante technische aber auch einsatzstrategische Details zu Tage förderten.

Höhepunkt des Buchs ist zweifellos die hervorragende Illustration mit 338 zeitgenössischen Fotos, von denen etwa ein Drittel farbig ist. Die meisten der überwiegend großformatigen Aufnahmen stammen aus dem bereits erwähnten historischen Dokumentationszentrum von Alfa Romeo und führen den Leser in beeindruckender Wiedergabequalität noch einmal zu den Testfahrten und Sportwagenrennen des Jahres 1967. Der Betrachter genießt Bilder von den technischen Details, der Rennaction und auch – besonders interessant – von den Ingenieuren und Rennfahrern.

Die Art, wie der Dingwort Verlag mit seinen Büchern nach und nach die Geschichte von Alfa Romeo dokumentiert, ist großartig – ausführlich bis ins Detail gehend, zeitgenössisch und damit authentisch illustriert und mit erkennbarem Herzblut geschrieben. Man kann sich schon jetzt auf die Folgebände freuen.


Alfa Romeo Tipo 33/ 1967 

Autoren: Patrick Dasse, Martin Übelher 
Verlag: Carl W. Dingwort Verlag, Hamburg, 2018
Format, Umfang : Hardcover, 25,5 x 22,5 cm, 312 Seiten, 338 Fotos 
Text: Englisch und Deutsch 
Preis: € 79,- 
Vertrieb: www.dingwort-verlag.de

Rezension Thomas Nehlert: „Ford Escort – Die legendären Mk1 & Mk2 im Rallyesport“, Autor Reinhard Klein/ John Davenport, McKlein Publishing Köln, 2018

Es gibt wohl kaum eine Marke, die über einen langen Zeitraum breiter im Motorsport aufgestellt ist als Ford. Man denke nur an die Ford GT, die Formel-1-Triebwerke von Cosworth, die Cortina und Sierra bei den Tourenwagenrennen und die mächtigen Stock Cars der Nascar-Serie. Ein ganz besonderer Schwerpunkt war und ist für Ford allerdings von jeher der Rallyesport. In der Epoche der Gruppe 2 und Gruppe 4 von den 1960er bis in die 1980er Jahre hinein war der in Großbritannien beheimatete Zweig des Konzerns mit den Ford Escort der ersten beiden Modellgenerationen bei allen großen und kleinen Rallyes der Welt präsent. 

John Davenport, der die Entwicklung der Escort von Anfang an begleitet und selbst als Beifahrer u.a. von Ove Andersson, Chris Sclater und Hannu Mikkola bis 1976 an Rallyes mit diesem Fahrzeug teilgenommen hatte, beschreibt die Historie dieses legendären und überaus erfolgreichen Sportgeräts von 1968 bis 1982. Neben unzähligen Siegen bei einzelnen Rallyes konnte der Escort für das in Boreham angesiedelte Rallye-Team 1968 und 1969 die Markenwertung der Rallye-Europameisterschaft und 1979 den Titel eines Markenweltmeisters innerhalb der Rallye-Weltmeisterschaft erringen. Der Autor schildert die ersten Entwicklungsschritte wie auch die bedeutenden Einsätze und Erfolge in den Läufen der Europa- und später Weltmeisterschaft und geht auch auf die Position des britischen Tourenwagens im Konkurrenz-Umfeld ein. 

Der Band ist chronologisch geordnet, für jedes Jahr von 1968 bis 1981 je ein Kapitel. Die zweisprachigen (englisch/deutsch), profunden und mit enorm viel Hintergrundwissen garnierten Texte von Davenport nehmen jeweils zwei bis vier Seiten ein, bevor zahlreiche Zeitzeugen – Rallyefahrer, Techniker, Teamchefs – ausführlich zu Wort kommen. Insbesondere durch die detaillierten Äußerungen der unmittelbar am Geschehen Beteiligten gewinnt das Buch eine hohe Authentizität. In besonderen Kapiteln wird auch auf die Rallye-Escorts in Deutschland und die Zeit nach 1981 eingegangen. Die Vorworte stammen von Stuart Turner und Hannu Mikkola. 

Eine ausführliche Statistik über 17 Seiten listet alle Einsätze und Ergebnisse der Escort von 1968 bis 1982 auf. Über die Illustration braucht man nicht viele Worte zu verlieren – 513 teils großformatige Fotos aus dem weltweit führenden Rallye-Archiv von McKlein lassen keinen Wunsch offen. Die Technik im Detail, die pure Rallye-Action, die Fahrer, die Service-Mannschaften – die Bandbreite der fotografischen Ausstattung dieses großformatigen Bandes ist gewaltig. Die Reproduktion der Fotografien ist erstklassig, ebenso wie die Verarbeitung des Buchs, von dem es auch eine auf 250 Stück limitierte und von Hannu Mikkola signierte Ausgabe im Leinen-Schuber gibt.

Thomas Nehlert

Ford Escort – Die legendären Mk1 & Mk2 im Rallyesport 
Autor: Reinhard Klein/ John Davenport 
Verlag: McKlein Publishing, Köln, 2018 
Format und Umfang: Hardcover, 24,5 x 30 cm, 264 Seiten, über 510 Fotos 
Text: Englisch/ Deutsch Preis: € 59,90 
Vertrieb: RacingWebShop.com 
ISBN: 978-3-947156-08-5

Rezension Thomas Nehlert: Gulf 917 – Publisher's Edition, von Jay Gillotti, Verlag Dalton & Watson Fine Books, Deerfield Illinois, USA, 2018

Dieses schwergewichtige neue Buch über die Gulf Porsche 917 ist in zwei verschiedenen Ausgaben erschienen. Die normale Edition besteht aus einem 496 Seiten dicken Band mit 460 Fotos, der von einem Schuber geschützt wird. In nur 200 nummerierten Exemplaren gibt es – in einem noch voluminöseren Schuber – die zweibändige Publisher's Edition, auf die hier näher eingegangen wird. Diese hat einen Umfang von 656 Seiten und enthält rund 620 Fotografien; sie besteht aus dem Band der regulären Ausgabe und einem zusätzlichen Band mit weiteren 160 Seiten. 

Es herrscht nun wahrhaft kein Mangel an Literatur über Porsches legendären 917. Das Werk von Jay Gillotti konzentriert sich auf eine bis ins letzte Detail gehende Dokumentation der im Gulf-Team von John Wyer Racing eingesetzten Fahrzeuge. Nach einer Darstellung der frühen Porsche-Renngeschichte und der Rennschlachten zwischen Porsche und anderen unter dem Gulf Label eingesetzten Rennsportwagen, wie z.B. dem Ford GT40, beschreibt Gillotti sämtliche Porsche 917 des Gulf Teams nach ChassisNummern geordnet. Diese auf erkennbar gründlicher Recherche beruhende Chronologie erfasst sowohl alle technischen Einzelheiten als auch die jeweilige Rennhistorie der betreffenden Fahrzeuge. Der Autor hat die vollständige Literatur zum Thema ausgewertet und selbst detaillierte Nachforschungen bei Porsche und im Historischen Archiv in Zuffenhausen angestellt. Im Kontext der einzelnen 917-Typen entsteht so eine Technikund Renngeschichte, die in dieser Form ihresgleichen sucht. 

Gillotti geht auf alle bis heute interessanten und teilweise ungeklärten Details ein. Er zitiert korrekt aus den unzähligen Quellen, stellt Schilderungen gegenüber und ist in der Bewertung von einer bemerkenswert angenehmen Zurückhaltung. Er hat wirklich die komplette Literatur gesichtet, seien es frühe Publikationen zum 917 wie der Band von Peter Hinsdale aus dem Jahr 1976, das Buch „The Racing Porsches“ von Paul Frère von 1975, die Standardwerke von Walter Näher, Thomas Födisch, Glen Smale, Peter Morgan oder Karl Ludvigsen und ganz aktuelle Publikationen wie „Steve McQueen – In the Rearview Mirror“, Ian Wagstaffs „Autobiography of 917-023“ oder Derek Bells „All my Porsche Races“. Neben der technischen Literatur hat Gillotti auch zahlreiche RennfahrerBiografien beigezogen sowie das Buch über den bekannten Rennmechaniker Ermanno Cuoghi (der später übrigens für Niki Lauda bei Ferrari gearbeitet hat) und vor allem auch die Lebenserinnerungen von John Wyer „The Certain Sound“. Die im Anhang von Band I wiedergegebene Bibliografie umfasst nicht weniger als 47 Buch-Titel. Dazu kommen noch etwa 40 ausgewertete Magazine, überwiegend Ausgaben der britischen „Motor Sport“. Allein diese Auflistung verdeutlicht, mit welcher journalistischen Akribie und mit welchem Einsatz Gillotti zu Werke gegangen ist.

Schon aus diesem Grunde empfiehlt sich die umfangreichere und eben auch deutlich kostspieligere „Publisher's Edition“. Denn im zweiten Band dieser Ausgabe beschreibt der Autor auch, wie er sich erstmals für das Thema „Porsche 917“ und für die Geschichte des John-Wyer-Racing-Teams begeisterte. Der Leser erfährt, durch zahlreiche Fotos und Dokumente belegt, wie er Kontakte zu den Protagonisten der Gulf-Renneinsätze und zum Porsche-Werk knüpfte und auf immer wieder neue Quellen und mit diesen verbundene Erkenntnisse stieß. 

Hier hat der Leser wirklich die Gelegenheit, zahlreiche Hintergrundgeschichten zu erfahren, die zwar jeweils einzeln zum Teil bereits in einigen anderen Bänden zu finden sind. Erstmals sind diese Insider-Storys hier aber konzentriert zusammengeführt worden, seien es technische Entwicklungen, seien es zwischenmenschliche Konstellationen. 

Ein heikles Thema war zum Beispiel der Umstand, dass Porsche, nachdem der Vertrag mit dem John Wyer Team abgeschlossen war und John Wyer davon ausgehen konnte, dass allein sein Team die offizielle Werksmannschaft war, beim ersten Rennen der Saison 1970 in Daytona auf einmal mit einer ziemlich gleichrangigen Mannschaft von Porsche Salzburg zusätzlich auftrat. John Wyer hat dieses Verhalten in seinem Buch „The Certain Sound“ nachvollziehbar kritisch betrachtet. Gillotti arbeitet diese Problemlage sorgfältig auf, unterlässt es aber, einen Vorwurf in irgendeine Richtung zu erheben. Und so überlässt er es auch dem Leser, welche Rückschlüsse aus dem Ausfall der Gulf-Porsche beim 24- Stunden-Rennen von Le Mans 1970 zu ziehen sind, bei dem – wie auch 1971 unter der Bewerbung von Martini Racing – ein 917 des Teams von Porsche-Salzburg siegreich blieb. Das teaminterne Duell der Fahrer Rodriguez und Siffert wird ebenso ausgeleuchtet, wobei zahlreiche Stellungnahmen von Fahrern und Mechanikern einfließen. 

Hochinteressant sind auch die technischen Erklärungen für den Einsatz der so genannten Langheckfahrzeuge und für die Verwendung der kleinen Finnen im oberen Heckbereich einiger 917. Gillotti beschreibt auch die tragischen Unfälle der beiden Spitzenpiloten Pedro Rodriguez und Jo Siffert, die beide 1971 in ganz anderen Rennwagen zu Tode kamen. Überhaupt räumt er den Fahrern und den maßgeblichen Team-Verantwortlichen in eingeschobenen Porträts einen angemessenen Raum ein. 

Natürlich erfährt auch der legendäre Film "Le Mans" von und mit Steve McQueen eine separate Würdigung mit der Beschreibung der in diesem Film verwendeten Porsche 917. Nicht zuletzt war es dieses Leinwand-Epos, das den Autor mit dem Porsche 917 in Berührung brachte. 

Und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Gillotti auch zahlreiche Porsche 917 beschreibt, die nicht im unmittelbaren Renneinsatz von Gulf Racing standen. Dazu kommt bei allen Gulf 917 eine detaillierte Darstellung ihres Werdeganges nach den Rennen von 1970/71 bis zum heutigen Tage. Es ist erstaunlich, wie viele der 917 noch heute bei Veranstaltungen des historischen Motorsports zu sehen und vor allem zu hören sind. 

Ausführliches statistisches Material, das auch die ebenfalls von Gulf eingesetzten Porsche 908/03 umfasst, sowie zahlreiche Datenblätter runden den Inhalt des ersten Bandes ab. 

Der zweite Band, der der hier besprochenen Publisher's Edition vorbehalten ist, enthält sehr viele zusätzliche Datenblätter und vor allem weiteres Bildmaterial. Zudem wird auch auf die Konkurrenzfahrzeuge, insbesondere die Ferrari 512 S und M sowie den 312 PB, eingegangen. Ein Kapitel lässt den Leser – wie bereits beschrieben – hinter die Kulissen der Entstehung dieses gewichtigen Buchs blicken. Die Reproduktion des Prospekts vom 917 verdient ebenso Beachtung wie die der Presse-Mitteilung des Porsche-Werks vom 30. September 1969 über die bevorstehende Zusammenarbeit mit John Wyer. Außerdem sind die 200 Exemplare dieser Ausgabe von Derek Bell, Brian Redman, John Horsman und dem Autor handsigniert und dürften sich schon aus diesem Grund schnell zu wertvollen Sammlerstücken entwickeln.. 

Beide Bände sind großartig illustriert. Detailaufnahmen von der Technik, spannende Rennaction und Porträts der Fahrer und Teamverantwortlichen wechseln einander ab. Überwiegend werden zeitgenössische Bilder von den großen Langstreckenrennen 1970/71 in bemerkenswert guter Qualität gezeigt, außerdem auch Ablichtungen aus dem Porsche-Werk vom Herstellungsprozess der 917. Schließlich hat der Autor im zweiten Band auch eigene hervorragende Aufnahmen von aktuelleren Porsche-Veranstaltungen wie der Porsche Rennsport Reunion in Laguna Seca hinzugefügt. Das Schmökern in diesem opulenten 917-Wälzer wird nie langweilig, hier ist tatsächlich ein neues Grundlagen-Werk zum Porsche 917 entstanden – für jeden Fan der großen Sportwagenrennen und des Porsche-Motorsports eine ganz klare Empfehlung! 


Gulf 917 – Publisher's Edition 

Autor: Jay Gillotti 
Verlag: Dalton Watson Fine Books, Deerfield Illinois, USA, 2018 
Format, Umfang : 2 Bände im Schuber, Hardcover, 23 x 28 cm, 656 Seiten, 620 Fotos, 200 nummerierte und von Derek Bell, Brian Redman, John Horsman und Jay Gillotti handsignierte Exemplare 
Text: Englisch Preis: € 339,- 
ISBN: 978-1-85443-302-2 Vertrieb: www.RacingWebShop.com

Rezension Thomas Nehlert: Classic Cars Review – The Best Classic Cars on the Planet teNeues Verlag, Kempen, 2018

Das Interesse an edlen klassischen Automobilen scheint im gleichen Maße zuzunehmen wie die Kritik an der nüchternen Technik und der Gleichförmigkeit moderner Fahrzeuge. Automobile Pretiosen haben sich nicht nur zu gewinnversprechenden Anlagen entwickelt, sondern stellen vielmehr ein echtes Kulturgut der Industriegesellschaft dar. 

Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass es immer mehr Bücher über klassische Autos gibt, seien es kompakte Kaufratgeber, Technikhandbücher oder attraktive Bildbände. Dieser Band aus dem teNeues Verlag ist ein Buch von außergewöhnlichen Maßen, ein wahres "Coffee Table Book", in dem man mit großer Freude blättert und liest. Mit einem Gewicht von 4,5 kg und einem Umfang von 400 Seiten im gewaltigen Format von 30 x 37 cm sowie einem edlen Einband in einem alcantaraähnlichen Gewebe fällt es schon rein äußerlich aus dem Rahmen. 

Noch mehr gilt dies für den Inhalt. Die Vorworte stammen von Paolo Tumminelli und Jürgen Lewandowski. Unter den Fachleuten, die bei der Erstellung des Buchs beratend tätig waren, finden sich u. a. Leopold Prinz von Bayern und Carl-Peter Forster. Die Autoren Jürgen Lewandowski und Michael Görmann, der zugleich als Herausgeber firmiert, haben sich dem Thema der „Classic Cars“ aus vier Richtungen genähert. 

Etwa die Hälfte des Buchs beschäftigt sich mit Fahrzeugen aus privaten Sammlungen. Aus der Kollektion eines Münchner Sammlers werden nicht weniger als 19 Typen gezeigt – Aston Martin, Ferrari, Jaguar, Mercedes, Bentley, alles Modelle in bestem Zustand vom Mercedes-Benz 540 K bis zum Ferrari 250 GT Lusso. Aus verständlichen Gründen bleibt der Name des Sammlers ungenannt, wenn vielleicht die als Kennzeichen benutzten Buchstaben manchem Insider doch etwas verraten. Es folgen die Sammlung MoCo, die Porsche-Sammlung Diamand, die Abarth-Sammlung Möll, die atemberaubende Sammlung „EFA – Mobile Zeiten“ aus dem Chiemgau, die Landmark Collection Kitzbühel und eine schlicht überwältigende Zusammenstellung von Horch-Automobilen. Dazu gesellen sich zahlreiche Einzelstücke – vom Ferrari 166 MM, der auch den Einband ziert, und Opel RAK 2 über den Ferrari 166 Spider Corsa Scaglietti, einen Mercedes-Benz 600 und einen Opel GT bis zu einem VW Golf 2 Pikes Peak und Michael Schumachers erstem Weltmeisterschaftsauto, dem Benetton-Ford B194-5. 

Unter dem Titel "Events" wird auf einige große Veranstaltungen im Bereich der klassischen Automobile eingegangen wie zum Beispiel den Pebble Beach Concours d'Élegance, den Concorso d'Éleganza Villa d'Este, das Goodwood Revival und das Festival of Speed sowie die Mille Miglia. Im Zusammenhang mit der Mille Miglia äußert sich der Chopard CoPräsident Karl-Friedrich Scheufele, der diese klassische Veranstaltung mehrfach zusammen mit Jacky Ickx bestritten hat. 

Besonders vielfältig zeigt sich der Abschnitt „Connections“, in dem es um die unterschiedlichen Formen des Kontaktes in der Szene der Autosammler geht. Da wird ausführlich über Auktionen der Häuser Bonhams und RM Sotheby's berichtet, ein privater "Drivers & Business Club" wird vorgestellt und die BMW Group Classic sowie die Motorworld Group erfahren eine Würdigung ebenso wie Organisationen, die sich mit dem Organisieren von Ausfahrten mit klassischen Fahrzeugen befassen. Ausführlich werden zahlreiche zum Verkauf angebotene Oldtimer präsentiert.

Sehr reizvoll ist der vierte und letzte Abschnitt "Photography". Vier Fotografen zeigen die sehr unterschiedliche Herangehensweise beim Ablichten von Automobilen. Unter diesen für mich klar herausstechend ist Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein mit ihren unnachahmlichen Rennsportaufnahmen zwischen 1951 und 1970. Dazu im interessanten Kontrast stehen die in infrarotem Licht gestalteten Aufnahmen von Michael Görmann und die eher unterkühlten Bilder von René Staud, die den Focus geschickt auf die speziellen Formen unterschiedlicher Fahrzeuge lenken. Schließlich beeindrucken auch die von einer besonderen Lichtwirkung und Dynamik gekennzeichneten Aufnahmen Bernhard Hartmanns von zumeist winterlichen Rallyes des historischen Motorsports. 

Eigentlich könnten alle 400 Seiten des Prachtbandes unter dem Titel "Photography" stehen. Denn neben den kompetenten und leidenschaftlichen Texten und den detailreichen technischen Daten lebt dieses Buch von seiner fast berauschenden Illustration. 356 Fotos, fast ausschließlich im großen, teilweise doppelseitigen, Format, prägen den Eindruck von diesem Werk nachhaltig. Die Fahrzeuge, die durchgehend als automobile Schmuckstücke anzusehen sind, werden in brillanter Auswahl von Motiv und Blickwinkel sowie makelloser, fast plastischer Reproduktion gezeigt. Es ist als großer Pluspunkt anzusehen, dass zahlreiche Archive und Fotografen hier ihr Können zeigen. Dadurch ist die Illustration vielfältig und abwechslungsreich und hebt sich wohltuend von so manch anderem Buch ab, in dem die Bilder durchgehend und nicht selten gleichförmig von einem einzigen Fotografen stammen. 

Ausstattung, Layout und Verarbeitung des Buchs sind hervorragend - "Classic Cars Review" setzt in Inhalt und Ausstattung einen Maßstab, der dem Untertitel "The Best Classic Cars on the Planet" in vollem Umfang entspricht. 

Classic Cars Review – The Best Classic Cars on the Planet Classic Cars Review – The Best Classic Cars on the Planet 

Thomas Nehlert

Autoren: Michael Görmann (zugleich Herausgeber), Jürgen Lewandowski 
Verlag: teNeues Verlag, Kempen, 2018
Format und Umfang: Hardcover, 30 x 37,5 cm, 400 Seiten, 356 Fotos 
Text: Englisch/ Deutsch Preis: € 130,- 
ISBN: 978-3-96171-102-2 Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension Thomas Nehlert:„Porsche bei der Rallye Monte Carlo 1952-1982“, Autoren: Patrick Dasse und Maurice Louche, Dingwort Verlag Hamburg, 2018

Der Hamburger Dingwort Verlag und sein Autor Patrick Dasse sind auf edel gestaltete Bücher über Alfa Romeo spezialisiert. Das wird auch so bleiben. Maurice Louche hat bisher in Frankreich eine eigene Edition mit zahlreichen Büchern zu motorsportlichen Themen herausgegeben. Nun haben sich Dasse und Louche zusammen getan und im Dingwort Verlag erstmals ein Werk über Porsche präsentiert. Bekanntlich ist das Angebot an Porsche-Literatur mehr als reichhaltig, doch es gibt tatsächlich immer noch die eine oder andere Dokumentationslücke. Insbesondere fehlt es an deutschsprachigen Bänden über Porsche im Rallyesport. Dabei war das Zuffenhausener Unternehmen gerade in dieser Sparte des Motorsports von Anfang an stark vertreten und auch erfolgreich. 

Neben der Safari Rallye und der Paris Dakar war die Rallye Monte Carlo von jeher für Porsche von besonderer Bedeutung. Mit dem insgesamt 4,8 kg schweren Zweibänder haben Patrick Dasse und Maurice Louche auf insgesamt über 900 Seiten die Einsätze aller Sportwagen aus Zuffenhausen bei dieser Traditionsrallye in der Zeit von 1952 bis 1982 praktisch lückenlos beschrieben. Der gewaltige Umfang findet seine Ursache zum einen in der Ausführlichkeit der Texte, aber auch in dem einer internationalen Vermarktung dienenden Umstand, dass der Inhalt parallel in französischer, englischer und deutscher Sprache verfasst ist. Zum anderen erklärt sich die gewaltige Seitenzahl aber auch - und dies in erster Linie – aus der schlicht atemberaubenden Illustration. 

Dazu hat der Dingwort Verlag auf zahlreiche Archive zugreifen können, vor allem auf die Sammlungen des Autors Maurice Louche, der Porsche AG und des weltweit ersten RallyeArchivs von McKlein in Köln. Selbst von den ersten Teilnahmen in den frühen 1950er Jahren finden sich in diesem Werk erstklassige Aufnahmen. Der Betrachter kann sich dem Charme der rallyetauglichen 356 ebenso wenig entziehen wie der Faszination der damals noch häufig mit reichlich Schnee gesegneten Winterrallye. Aber man sieht nicht nur die reizvollen Sportwagen, sondern auch die Protagonisten des Porsche-Rallyesports , seien es die unzähligen Privatfahrer, sei es Rennleiter Huschke von Hanstein, seien es die Werkspiloten wie Herbert Linge, Peter Falk, der unvergessene Günter Klass, Eugen Böhringer, Vic Elford und Björn Waldegard, um nur einige zu nennen. 

Dem 356 folgten der 904 GTS und der 911, der Porsches Werkseinsätze in eine dreijährige Siegesserie von 1968 bis 1970 führte. Der etwas gewöhnungsbedürftige 914/6 konnte an diese Serie nicht anknüpfen, aber dennoch erreichten Jean-Pierre Nicolas und Vincent Laverne 1978 nochmals einen Gesamtsieg für den Porsche 911. Mit dem Ende der Gruppe 4 und der Einführung der Gruppe B zur Saison 1983 fanden die PorscheEinsätze bei der Rallye Monte Carlo ein baldiges Ende. 

Die Illustration des ersten Bandes, der bis 1967 reicht, ist zum überwiegenden Teil schwarzweiß, der zweite Band von 1968 bis 1982 mit dem Schwerpunkt auf dem Porsche 911 ist fast durchgehend farbig bebildert. Auswahl und Reproduktion der teilweise großformatigen Aufnahmen sind hervorragend. Die Autoren haben versucht, alle eingesetzten Fahrzeuge zu erfassen und abzubilden. Sehr reizvoll sind auch die Aufnahmen einer bereits 1964 von Herbert Linge mit einem serienmäßigen 911 durchgeführten Testfahrt durch die französischen Seealpen. Beide Bände zeigen zur Abrundung des Inhalts auch einige der sehr attraktiven und begehrten Rennplakate von Porsche

Die Darstellung der Porsche-Historie bei der Rallye Monte Carlo ist chronologisch geordnet. Jedes Jahr beginnt mit einer Auflistung der gestarteten Porsche und einer Angabe der Startorte, des Routenverlaufs und der zugelassenen Fahrzeugklassen. Die von höchster Kompetenz und eingehender Recherche geprägten Texte beschränken sich nicht nur auf den wesentlichen Rallye-Verlauf der teilnehmenden Porsche, sondern gehen sowohl auf die spezifischen Eigenheiten des jeweiligen Reglements als auch auf die technische Entwicklung der Heckmotorsportwagen und der von 1979 bis 1982 angetretenen 924 ein.

Patrick Dasse und Maurice Louche ist hier ein sehr bemerkenswertes Buchwerk zu einem bisher wenig berücksichtigen Thema gelungen. Inhalt, Layout und Verarbeitung entsprechen in vollem Maße dem hohen Standard, den man von Publikationen aus der „Edition Porsche Museum“, in der die Bände erscheinen, gewohnt ist. Und so ist dieses zweibändige Werk jeden Cent seines sicherlich nicht unbeachtlichen Preises wert. 

Tomas Nehlert

Porsche bei der Rallye Monte Carlo 1952-1982 

Autor: Patrick Dasse, Maurice Louche 
Verlag: Dingwort Verlag, Hamburg, 2018 
Format, Umfang : 2 Bände im Schuber, Hardcover, 26 x 23 cm, 912 Seiten, 883 Fotos 
Text: Deutsch 
Preis: € 175,- 
ISBN: 978-3871661082 
Vertrieb: https://dingwort-verlag.de Porsche