Rezension: Mythos 356

Achim Kubiak  hat ein spannendes und dabei reich bebildertes Buch über den „Mythos 356“ verfasst, das Porscheliebhaber sicher begeistern wird.
Der erste eigene Sportwagen des Stuttgarter Konstruktionsbüros wurde als Projekt unter der Nummer 356.00.105 geführt. Am 8. Juni 1948 war es dann soweit, denn damals stand mit der Nr. 1 , die das  amtliche Kennzeichen „K 45-286“ trug, das erste Auto mit dem Namen Porsche fahrbereit auf eigenen Rädern. Dabei handelte es sich um einen kleinen Mittelmotor-Roadster mit Aluminiumkarosserie, der nur 585 Kilogramm auf die Waage brachte.  Mit seinem luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor, der über eine Leistung von 35 PS und einem Hubraum von 1131cm³ verfügte, erzielte er eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 135 km/h und mit abgedecktem Beifahrersitz sollen sogar noch 5 km /h mehr drin gewesen sein, (vgl.: S. 15).
Vorgestellt wird u.a. Dr. Klaus Otto Räker. Er war  zwischen 1987-1996 Präsident des Porsche 356 Club Deutschland e.V.  Dieser Porscheliebhaber besitzt eine private Porsche-Sammlung. Sein fein ausstaffiertes Museum in Lemgo kann man jeden Sonntag besuchen.
Ausführlich berichtet Kubiak über die Fortschritte, die die Produktion des Sportwagens mit der Konstruktionsnummer 356 damals machte und erklärt viele technische Details. Mit diesem Porsche erfüllte sich Ferry Porsche seinen Lebenstraum, der darin bestand einen Sportwagen auf den Weg zu bringen, der seinen Namen trägt. Man liest über das Gmünd-Coupé, das den Grundstein für die beispielslose Sportwagen-Karriere legte. Rechtzeitig zum 19. Schweizer Automobilsalon, der am 17. März 1949 eröffnet wurde, stellte Porsche sein erstes 356 Cabriolet fertig. Dies war der erste öffentliche Auftritt des Unternehmens auf einer Internationalen Automobilausstellung.
In der Folge liest man  von der Weiterentwicklung dieses Modells in  Stuttgart.  Hier begann der Spaß mit einem optimal eingestellten Motor, dem kaum ein anderer Wagen in jener Zeit das Wasser reichen konnte. Der Porsche 356  mit 1,3 –Liter-Motor benötigte bei durchschnittlicher Fahrweise kaum mehr als 10,5 Liter und es waren sogar um die acht Liter bei einem konstanten Autobahntempo von 120/ km/h möglich, (vgl.: S.47).
Man liest von den einzelnen Entwicklungsstufen und hat Gelegenheit immer wieder Fahrzeuge und deren Innenleben visuell kennenzulernen.  Da die Nachfrage zu Beginn der 1950er Jahre nach dem Sportwagen immer mehr anstieg, wurde das Unternehmen bestärkt die Serienproduktion weiter auszubauen. Der kleine Sportwagen entwickelte sich zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten wesentlich teurerer Fahrzeuge, (vgl.: S.63). Es etablierten sich rasch die beiden neuen 1500er Motoren. Wie sich die Fahrzeuge immerfort weiterentwickelten wird  gut nachvollziehbar erklärt, zumindest für Leser, die etwas von Autos verstehen.
Die ersten "Super-Modelle" sollen Ölfresser gewesen sein. Doch dies habe sich  mit der fortlaufenden Entwicklung gegeben. Ein Traum, was das Design anbelangt, ist der Porsche 356 Speedster, der auf zahlreichen Bildern im Buch aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt wird, (den würde ich gerne besitzen.) 
Vorgestellt wird der 1955 erschienene 356A T 1 und auch der 36A T 72.  Diese Fahrzeuge werden genau  erklärt. Man lernt immer wieder Sammler kennen, die  diese Fahrzeuge  noch heute ihr Eigen nennen.  In diesem Zusammenhang liest man auch von Jürgen Eisenkopf, der Anfang der 1970er Jahre einen neuen Plattenspieler gegen einen  alten Porsche eintauschte. Das war schlau.
Der 356SC  war der letzte seiner Art. Auch über diesen Sportwagen wird man umfassend aufgeklärt und wird mit den  Internationalen Porsche 356 – Treffen, das seit 1976 jährlich stattfindet über viele Seiten hinweg durch unzählige Fotos vertraut gemacht.   Diese Bilder machen deutlich, dass  dieses Fahrzeug ein Liebhaberauto ist und es wohl immer bleiben wird, was ich  bei der schönen Form der Modelle gut nachvollziehen kann. 
Empfehlenswert.

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